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Kefir-Pflege-Anleitung

Kefirmilch durch ein Sieb abschütten.

Die durchgeseihte Kefirmilch wird weiterverarbeitet, die aufgefangenen Kefirpilzknollen werden für die nächsten Produktion gebraucht. Sie produzieren übrigens nicht nur die Kefirmilch sondern vermehren sich auch. 

Kefirpilze unter Wasser (lauwarm, Tendenz eher kalt) abspülen, damit das verklumpte Casein nicht mehr an den Pilzen "klebt".

Die Menge Milch, die mit den Knollen ansetzt wird, wird durch die Menge der eingesetzten Knollen bestimmt. Die 10-fache Menge Milch hat sich bewährt. Auf 100g Kefirknollen kommt also 1 Liter Milch. Da es von Mal zu Mal mehr Kefirknollen werden, sollten bei Zeiten Kefirknollen an Freunde weitergegeben werden, sonst wird folglich die Menge Milch, die eingesetzt werden muss, auch von Tag zu Tag mehr. Und irgendwann stellt sich die Frage, wohin mit der ganzen Kefirmilch ...

Als Behältnis für die Herstellung der Kefirmilch eignen sich Einmachgläser, deren Deckel aufliegen, sehr gut. Festverschlossen sollten die Gefäße wegen der Kohlensäureentwicklung nicht sein, offenstehen lassen ist natürlich wegen Staub und Insekten schlecht. Dass beim Umgang mit Lebensmittel auf Sauberkeit geachtet wird, versteht sich von selbst! Deshalb die Gefäße absolut sauer halten! Kefirpilzknollen sind robuste kleine Kerle, aber die Fremdbesiedlung durch unerwünschte Bakterien soll verhindert werden. Doch den Hygienewahn nicht übertreiben! Reste von Spül- oder gar Desinfektionsmitteln mag der Kefirpilz natürlich überhaupt nicht.

Es können alle Milcharten tierischen Ursprungs Verwendung finden. Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch habe ich mit Erfolg eingesetzt. Anders als Joghurt-Kulturen ist Kefir nicht so penibel, was die Temperatur betrifft. Wenn die Milch Raumtemperatur hat, ist es gut. Am Einfachsten ist es, einfach H-Milch zu nehmen. Ich habe aber zu Testzwecken auch schon Vorzugsmilch verwendet, die weder abgekocht und noch homogenisiert war. Hat auch gut funktioniert.

Kefirpilze arbeiten lieber im Dunklen. Je nachdem, wie viel Säure, Alkohol und Laktoserest gewünscht bzw. akzeptiert werden, beträgt die Produktionsdauer 1 bis 2 Tage. Die meisten Kefirtrinker ziehen ein mildes, nicht so stark perlendes Getränk vor. Dann sind 24 Stunden richtig. Nach zwei Tagen ist die Kefirmilch schon recht sauer und der Alkoholgehalt dürfte bei 1 % liegen. Was den Lagerplatz betrifft, sollte er lichtgeschützt und nicht zu warm sein. Auf keinen Fall verträgt der Kefirpilz direkte Sonne. Ihn bei Raumtemperatur mit einem Geschirrtuch abgedeckt in der Küche stehen zu haben oder unabgedeckt – wie hier bei mir – in einer fensterlosen Abstellkammer, funktioniert wunderbar.

Nach dem Ende der Produktionszeit beginnt das Spiel von vorne (durchs Sieb schütten, neu ansetzen, etc. siehe oben).
Die aufgefangene Kefirmilch schmeckt noch besser, wenn sie einen Tag in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank nachreifen und kühlen konnte.